Aus der Natur 05/2025 Urs Kägi
Es war grosses Thema in den Medien: Zwanzig Rosaflamingos am Klingnauer Stausee. Das kommt in der Tat nicht täglich, nicht monatlich und auch nicht jährlich vor. Die letzte Beobachtung der grazilen Vögel in der Schweiz ist über zehn Jahre her.
Die erste Meldung von Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus) erfolgte am 04.09.2025 aus den Grangettes am Genfersee. Es handelte sich um 34 Stück, die tags darauf, am 05.09.2025, jedoch abzogen. Dafür tauchten am gleichen Datum zwanzig Exemplare am Klingnauer Stausee auf und dort sind sie bis dato (20.09.2025) immer noch. Der Ansturm von Vogelbeobachtern und Fotografen am Klingnauer Stausee ist dementsprechend hoch. Wer jetzt dort aber schön rosarot gefärbte Flamingos erwartet hat, sieht sich eines Besseren belehrt. Es handelt sich ausnahmslos um Jungtiere. Diese sind vornehmlich weiss-bräunlich. Einige zeigen auf den Unterflügeln jedoch bereits die rosa Färbung.
Der Rosaflamingo ist eine südliche Vogelart. Die nächsten Brutgebiete liegen in der Camargue und im Po-Delta. Auch in Spanien ist der Rosaflamingo in riesigen Kolonien anzutreffen. So zum Beispiel in verschiedenen Lagunen an der Mittelmeerküste oder im Ebrodelta. Rosaflamingos siedeln sich auch gerne in Salinen an. Flamingos haben einen langen, schlanken Hals und einen markant gebogenen Schnabel mit schwarzer Spitze. Letzterer hat eine filterartige Struktur und ermöglich es ihnen, sich von kleinen Organismen zu ernähren: Plankton, winzige Fische und Fliegenlarven werden mithilfe des Schnabels aus dem Wasser gefiltert. Mit ihren langen Beinen und Schwimmhäuten wirbelt der Rosaflamingo zunächst Schlamm auf. Danach vergräbt er seinen Kopf im trüben Wasser, um die darin enthaltenen Leckerbissen zu fangen.
Für die Farbe des Rosaflamingos ist seine Ernährung verantwortlich: garnelenartige Krebstiere. In Gefangenschaft verblassen die Tiere, wenn die Nahrung nicht angepasst wird. Diese Krebstiere finden sie selbstverständlich auch am Klingnauer Stausee nicht. Es ist davon auszugehen, dass die Tiere bald wieder abziehen und in ihren angestammten Lebensraum zurückkehren. Wer sie noch sehen will, sollte sich also alsbald aufmachen an den Aarestau bei Klingnau.
Aus der Natur 04/2025 Urs Kägi
Schmetterlinge werden meist mit dem Frühling oder dem Sommer in Verbindung gebracht. Allerdings gibt es einige Arten, die bei entsprechender Witterung bis in den Oktober fliegen.Ein typischer Vertreter dieser bis spät in den Herbst fliegenden Tagfalter ist der Weissklee-Gelbling, (Colias hyale), landläufig Goldene Acht oder Heufalter genannt. Die ersten sind bereits im Mai zu beobachten. In der Folge fliegen sie in zwei oder gar drei Generationen bis weit in den Spätherbst hinein. Die Grundfarbe des Falters ist gelb. Bei den Männchen etwas intensiver als bei den Weibchen. Diese erscheinen manchmal fast weiss. Auffallend ist die Zeichnung in der Form einer Acht auf der Unterseite der Hinterflügel. Deshalb die Bezeichnung Goldene Acht. Der schöne Falter ist recht häufig und in Wiesen aller Art zu finden. Die Raupen ernähren sich von diversen Klee-Arten. So einfach ist das, oder eben nicht. Eine der goldenen Acht sehr ähnliche Art ist der Hufeisenklee-Gelbling, (Colias alfacariensis). Die beiden Tagfalter sind morphologisch nicht voneinander unterscheidbar. Nur die Raupen sind anders gefärbt und gezeichnet.
Und noch eine weitere Gelbling-Art, der Wandergelbling (Colias croceus) oder Postillon, sieht der Goldenen Acht zum Verwechseln ähnlich. Der Postillon ist jedoch intensiv goldgelb gefärbt. Dieser Unterschied ist im Feld gut sichtbar. Auch der Postillon ist regelmässig anzutreffen.
Aus der Natur 03/2025 Urs Kägi
Der Fuchs, auch Rotfuchs (Vulpes vulpes) genannt, ist der in Europa häufigste Wildhund. In den Monaten April und Mai haben Füchse Junge. Sind diese noch ganz klein, zeigen sie oft mehr Neugier als Scheu gegenüber uns Menschen. Klassische Weise sind Füchse in einem Erdbau zu Hause. Dies oft in Gesellschaft von Dachsen. Dabei dulden sich die beiden Arten mehr als sie sich gerne haben. Doch Füchse sind nicht nur intelligente Tiere, sie sind auch äusserst anpassungsfähig. Nicht selten lassen sich Füchse samt Jungen mitten in Dörfern, ja sogar Städten beobachten. Mittlerweile gibt es in ganz Europa richtige Populationen von Stadtfüchsen. Der oben erwähnte Erdbau ist also längst nicht mehr die Regel. Zum Werfen der Welpen nutzen Fähen, so wird der weibliche Fuchs genannt, in Siedlungen oft Gebäude wie Scheunen, Ställe, Schuppen etc. Dabei kann die Anzahl an Welpen pro Wurf beträchtlich sein. Fünf und mehr Junge sind keine Seltenheit. Die Fuchspopulation bei uns ist momentan trotz Bejagung im Sommer und Herbst hoch. Das zeugt von einem guten Nahrungsangebot. Füchse fressen so ziemlich alles, was ihnen vor die Nase kommt. Bevorzugt werden dabei Mäuse. So manch einer, der seine Hühner nicht gut eingesperrt hatte, musste die Erfahrung machen, dass Füchse auch diese nicht verschmähen. Die Sterblichkeit von Jungfüchsen ist sehr hoch. Die meisten Füchse sterben, bevor sie ein Jahr alt sind. Bei einer hohen Fuchspopulation greifen rasch auch den Bestand regulierende Krankheiten um sich. So ist es zurzeit die Räude, eine meist tödlich verlaufende Milbenkrankheit, die den Tieren zu schaffen macht.
Aus der Natur 02/2025 Urs Kägi
Frühlings- und Sommerzeit ist Schmetterlingszeit. Viele Sommervögel, wie Schmetterlinge im Volksmund auch genannt werden, kommen auf artenreichen Blumenwiesen vor.Eine besonders schöne und leuchtende Schmetterlingsart möchten wir Euch hier vorstellen. Es handelt sich um den Himmelblauen Bläuling, Lysandra bellargus. Während ein Drittel der in der Schweiz vorkommenden Schmetterlingsarten vom Verschwinden bedroht sind, ist der Himmelblaue Bläuling noch an manchen Orten zu finden. Allerdings findet auch er in zu intensiv bewirtschafteten Wiesen kein Auskommen mehr. Ein guter Ort, um den wunderbaren Bläuling zu beobachten, ist das Bahnbord in Möhlin auf Höhe Tannenhof. Die Grösse des Himmelblauen Bläulings liegt zwischen 30-40 mm. Die Raupen ernähren sich von Hufeisenklee und Bunter Kronwicke. Die Art fliegt in zwei Generationen von Mai bis September. Jene Falter, die jetzt fliegen, überwinterten als Puppen. Zwischen Männchen und Weibchen besteht ein grosser Farbunterschied. Die Männchen leuchten intensiv hellblau, die Weibchen sind unscheinbar braun.
Aus der Natur 01/2025 Urs Kägi
Beim Holzschopf in Zeiningen, dort wo es auf den Radweg nach Zuzgen geht, liegt auf dem Gebiet des ehemaligen Scheibenstandes das kleine Naturschutzgebiet «Bättlerchuchi». Kernstück des Gebietes sind zwei Tümpel, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten. So sind zum Beispiel einige Liebellenarten dort gut vertreten. Hauptflugzeit der Libellen ist in den Monaten Juni bis August. Daneben gibt es aber auch Arten, die früh oder spät im Jahr fliegen. Zu den ersteren gehören drei Arten, die momentan in der «Bättlerchuchi» gut zu beobachten sind.
Da wäre als erstes die Gemeine Smaragdlibelle. Ihre smaragdgrünen Augen verliehen ihr den Namen. Allerdings wird sie heute mehrheitlich unter dem Namen Falkenlibelle (Cordulia aenea geführt. Ihre ausgesprochene Schnell- und Wendigkeit hat zu diesem Namen geführt. Die Falkenlibelle ist ein sehr ausdauernder Flieger und sitzt tagsüber fast nie ab. Auf Ihren Jagdflügen steht sie ab und zu schwirrend an Ort knapp über dem Wasser still. Wenn dies der Fall ist, lässt sich sich besonders gut beobachten.
Als Vertreterin der Schlanklibellen fliegt die Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) ebenfalls früh im Jahr. Bei warmer Witterung kann dies bereits im April der Fall sein. Mit ihrer roten Färbung ist sie sehr auffällig aber weitaus kleiner und weniger schnell unterwegs als die Falkenlibelle. Im Gegensatz zu dieser setzt sich die Frühe Adonislibelle gerne auf aus dem Wasser ragende Pflanzen.
Als die typische Frühjahrslibelle schlechthin sei schliesslich noch der Vierfleck (Libellula quadrimaculata) genannt. Die schwarzen Flecken auf seinen Flügeln gaben ihm den Namen. Während viele Libellenarten in leuchtenden Farben daherkommen, hält sich der Vierfleck in dezentem, aber nicht minder schönen Brauntönen. In manchen Gegenden Europas kommt es sporadisch zu Massenwanderungen des Vierflecks. Dabei können hunderttausende bis Millionen von Individuen unterwegs sein.
Aus der Natur 04 / 2024 Urs Kägi
Jedes Jahr kürt Bird Life Schweiz den Vogel des Jahres. Und wie es sich für die Schweiz gehört, wurde dieser für das kommende Jahr 2025 in einer breiten Volkswahl eruiert. Mit grosser Mehrheit gewählt aus diversen Kandidaten wurde das Rotkehlchen. Das verwundert wenig. Das Rotkehlchen geniesst in der Bevölkerung grosse Sympathie. Ein Grund dafür dürfte sein, dass es manchmal wenig scheu ist. Das trifft oft auf die Wintergäste unter ihnen zu. Diese erscheinen ab Oktober in unseren Breiten. Eine weitere Besonderheit des Rotkehlchens ist sein Herbst- und manchmal auch Wintergesang. Dies ist noch längst nicht alles
Aus der Natur 03/2024 Urs Kägi
Der Bluthänfling ist einer eher unscheinbarer Finkenvogel. Im Zeininger Rebberg im Gebiet des sogenannten «Alteberg» fand im August 2024 eine späte Brut statt. Das ist für den Bluthänfling nicht ungewöhnlich.
Verschiedene Braun- und Grautöne kennzeichnen das Gefieder des Bluthänflings, kurz Hänfling genannt. Eine mehr oder weniger stark karminrot überhauchte Stirn und Brust unterscheiden das Männchen von Weibchen. Beiden Geschlechtern eigen ist, wie bei allen Finkenvögeln, ein kegelförmiger, relativ kräftiger Schnabel. Dieser ist bestens geeignet zum Verzehr von Sämereien verschiedenster Art.
Der Lebensraum des Hänflings umfasst Kiesgruben, Kulturland, Rebberge aber auch Siedlungen. Bedingung ist das Vorhandensein von einem reichen Angebot an Pflanzensamen. Aber auch im Berggebiet kommt der schöne Vogel vor. Dort besiedelt er die Übergangszone zwischen Wald und Alpweiden, die sogenannte Zwergstrauch Heide.
Bluthänflinge sind gesellige Vögel. Die Männchen verhalten sich auch zur Brutzeit nicht sehr auffällig. Sie verteidigen nur einen Umkreis von rund fünfzehn Metern ein Revier gegenüber ebenfalls männlichen Artgenossen. Ausserhalb der Brutzeit im Herbst und Winter lassen sich Hänflinge oft in grösseren Schwärmen beobachten.
Winzer Gerhard Wunderlin hat den Schreibenden auf ein Nest des Hänflings im «Riesling Silvaner» aufmerksam gemacht. Es lag nahe an einem Rebstock. Nestfotografie ist heikel und ich verzichtete bei Offennestern bisher darauf und werde dies auch in Zukunft tun. Schon gar nicht suche ich gezielt Nester. Die Versteckmöglichkeiten in den Reben waren jedoch so ideal (Rebstöcke mit viel Laub und Tarnzelt), dass mir ein Versuch verantwortbar schien. Es klappte problemlos. Das Weibchen flog das Nest ohne Nervosität an und fütterte. Allerdings war es ein Geduldsspiel. Hänflinge füttern nur alle Stunde. Dabei erscheint nur das Weibchen mit Futter am Nest. Das Männchen sitzt währenddessen in der Nähe und hält Wache. Winemaker Gerhard Wunderlin berichtete kurz nach dem letzten Ansitz vom geglückten Ausflug der vier Jungvögel.
Mehr über den Bluthänfling und seine Stimme
Aus der Natur 02/2024 Urs Kägi
In den Sommermonaten lassen sich in unseren Wäldern mit etwas Glück Bären beobachten, sogar russische. Allerdings haben diese kein Fell, sondern Flügel.
Beim «Russischen Bär» handelt es sich um einen auch tagaktiven Nachtfalter. Er wird wegen seiner Färbung auch «Spanische Flagge» genannt und gehört in die Familie der Bärenspinner. Russische Bären kommen in Süd- und Mitteleuropa vor, sind aber in unseren Breiten nirgends häufig. Sie besiedeln halboffenes Gelände, wie Steinbrüche, Waldlichtungen, Trockenrasen sowie felsige Täler und Hänge. Sie sind in sonnigem, trockenem wie auch in feuchtem, halbschattigem Gelände zu finden. Die Falter fliegen in einer Generation von Juli bis September. Russische Bären besitzen einen gut ausgebildete Saugrüssel. Mit diesem sind sie in der Lage an Blütenpflanzen Nektar zu saugen. Besonders beliebt ist dabei der bei uns auf Waldlichtungen und an Waldrändern vorkommende Gewöhnliche Wasserdost. Die Körperflüssigkeit des Russischen Bärs ist giftig. In Ruhestellung überdecken die Vorderflügel die Hinterflügel. Bei drohender Gefahr werden jedoch schnell die auffälligen rotschwarzen Hinterflügel gezeigt. Damit werden potentielle Fressfeinde mit der Warnfärbung abgeschreckt. Die Raupen sind bei ihrer Futterwahl nicht sehr wählerisch und fressen u.a. Brennnessel, Taubnessel, Brombeere oder Natternkopf. Die nachfolgenden Bilder stammen vom 11.08.2024 und wurden unmittelbar unterhalb des Sonnenberg-Gipfels aufgenommen
Aus der Natur 01/2024 Urs Kägi
Aus der Natur 07/2023 Urs Kägi
Aus der Natur 06/2023 Urs Kägi
Meist werden Schmetterlinge mit blühenden Wiesen in Verbindung gebracht. Das ist natürlich richtig. Dabei ist jedoch zu beachten, dass eine grosse Anzahl unserer heimischen Schmetterlingsarten im Wald vorkommt. Über diese sei hier berichtet.
Aus der Natur 05/2023 Urs Kägi
Über den Gartenrotschwanz in Zeiningen im Leim haben wir an dieser Stelle schon einmal berichtet. Dem Paar ist auch dieses Jahr eine Brut geglückt. Doch was heisst hier eine?
Als unser Vorstandsmitglied Gottfried Geschwend berichtete in seinem Garten im Leim brüte der Gartenrotschwanz dieses Jahr ein zweites Mal horchte der Schreibende auf. In aller Regel machen Gartenrotschwänze eine Jahresbrut. Nach einem kurzen Augenschein war der Fall klar. Es fand tatsächlich eine weitere Brut statt. Auch der Brutort war der gleiche, und zwar ein extra für den schönen Vogel angebrachter Nistkasten. Eine Nachfrage bei einem Spezialisten für die Art ergab, dass rund 20% der Paare eine zweite Brut starten. Dafür muss das Revier wohl alles bieten, was für einen Gartenrotschwanz wichtig ist: Nahrung, ein gutes Angebot an Nisthöhlen und Kleinstrukturen. Das alles ist im Leim gegeben. Es hat auch das zweite Mal funktioniert. Die Jungvögel sind am 15.07.2023 ausgeflogen. In gut einem Monat machen sich Alt- und Jungvögel auf den Weg in ihr Winterquartier im südlichen Afrika. Wünschen wir ihnen eine gute Reise und eine wohlbehaltene Rückkehr im kommenden Jahr. Mehr über den Gartenrotschwanz
Aus der Natur 04/2023 Urs Kägi
Sie sind Euch sicher auch schon aufgefallen die Asthaufen, die da und dort an den Rändern von Äckern und Wiesen zu finden sind. Dabei handelt es sich nicht etwa um achtlose Lagerung von Schnittmaterial. Nein, die Asthaufen werden von den Landwirten im Zuge von ökologischen Ausgleichsmassnahmen bewusst angelegt.
Die Asthaufen sind für zahlreiche Tierarten von Bedeutung. In Ihnen halten sich zum Beispiel gerne Amphibien wie Frösche und Kröten auf. Sind die Haufen gut besonnt, fühlen sich auch Reptilien wie Eidechsen und Schlangen darin wohl. Hermelin, Iltis und Igel bietet das Durcheinander an Ästen hervorragende Unterschlupfmöglichkeiten. Da das Holz mit der Zeit verrottet, finden sich bald Totholzbewohner in Form von Käfern, Wespen, Wildbienen und Ameisen ein. Asthaufen sind Überwinterungsort, Aufzuchtkammer oder Sonn- und Versteckplatz. Vögeln dienen sie oft als Sitzwarte und der Nahrungssuche (Insekten) und einige Arten wie Haus- und Feldsperling brüten gar im Wirrwarr der Äste. All dies sind gute Gründe, um auch im eigenen Garten mit dem anfallenden Schnittgut einen Asthaufen anzulegen. Die nachfolgenden Bilder entstanden alle im gezeigten Asthaufen.
Aus der Natur 03/2023 Urs Kägi
Wer in diesen Tagen einen Blick in einen Weiher oder Tümpel geworfen hat, dem sind vielleicht Schnüre mit schwarzen Perlen am Uferrand aufgefallen. Was hat es damit auf sich? Hat da jemand den Rosenkranz gebetet und dieser ist ihm ins Wasser gefallen?
Spass beiseite! Bei den wie auf einer Schnur aufgereihten Perlen handelt es sich um den Laich der Erdkröte. Wie der Grasfrosch verbringen Erdkröten die meiste Zeit des Jahres ausserhalb der Gewässer. In warmen und feuchten Nächten im März wandern die Tiere zum Teil explosionsartig zu ihren Laichgewässern, denen sie sehr treu sind. Quert eine Strasse ihren Weg, werden leider oft viele Individuen überfahren. Die Paarung und Laichablage findet innerhalb weniger Tage statt. Danach verlassen die Alttiere die Gewässer wieder und ziehen sich in die Sommerquartiere in unseren Wäldern zurück. Die Kaulquappen zeigen ein interessantes Abwehrverhalten gegenüber Fressfeinden wie Fische etc. Sie haben in der Haut einen Schreckstoff, der bei Verletzungen frei wird und die anderen zum Fliehen veranlasst. Nach der Umwandlung (Metamorphose) der im Wasser lebenden Kaulquappen zu ca. ein cm grossen Krötchen, verlassen diese das Laichgewässer im Juni ebenfalls und wandern in die Wälder. Bis September nähern sich viele Kröten dem Laichgewässer und vergraben sich im Oktobern zum Überwintern im Waldboden.
Aus der Natur 02/2023 Text: Urs Kägi, Bilder: Gilbert Wunderlin
Aus der Natur 01/2023 Text: Urs Kägi, Bilder: Andi Meier
Sind sie Euch auch schon aufgefallen? Die grossen, hochbeinigen und äusserst eleganten Vögel auf unseren Feldern im Winter?
Dabei handelt es sich nicht etwa um albinotische Graureiher, sondern um Silberreiher. Der schlanke Vogel hat sein europäisches Hauptvorkommen in der östlichen Hälfte des Kontinents. Ein Brutschwerpunkt liegt dabei am Neusiedlersee mit seinen riesigen Schilfgebieten, in denen Silberreiher brüten. Ab 1980 stieg der Brut- und Winterbestand in Europa stark an. Der Silberreiher breitete sich nord- und westwärts aus. Es folgten Erstbruten in vierzehn Ländern, darunter 2013 auch in der Schweiz. Seither kommt es bei uns vor allem am Südostufer des Neuenburgersees immer wieder zu einzelnen Bruten. Als Wintergast hat sich der Silberreiher jedoch längst etabliert. So sind sie in den Wintermonaten nicht nur in Gewässernähe anzutreffen. Auch auf Wiesen und Feldern sind sie oft bei der Nahrungssuche zu sehen und haben es dabei vor allem auf Mäuse abgesehen. Bei uns sind die grazilen Vögel oft im Möhliner Feld zu sehen. Die Bilder stammen von einem Feld bei Biel-Benken und wurden vom bekannten Naturfotograf Andi Meier gemacht. Vielen herzlichen Dank dafür. Mehr über den Silberreiher.






















































